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Fragen und Meinungen

Nun ernähre ich mich bereits 6 Wochen Rohkost-Vegan. Da bleibt es nicht aus, dass mir Leute mit ihren Meinungen gegenübertreten.

Anfangs dachte ich, es würden blöde Kommentare kommen, aber dem ist nicht so.

Wenn Sie auch eine Frage zu dieser Ernährung oder zum Thema Gesundheit/Gewicht bewegt, dann können Sie mir gerne hier einen Kommentar hinterlassen. Ich werde zeitnah darauf eingehen.

Doch hier nun die häufigsten Fragen und Meinungen, die ich täglich zu hören bekomme.

Isst du jetzt nur noch Obst und Gemüse? Oder wie muss ich mir das vorstellen?

Ich esse auch Obst und Gemüse. Das habe ich übrigens schon immer gerne getan. "Vegane Ernährung" ist ja ein Modebegriff. Die einen sind dafür, die anderen dagegen. Aber mal ehrlich, ernähren wir uns nicht zumindest phasenweise alle vegan?

Als ich ein Kind war, kam meine Uroma oft mit einem Apfel aus dem Garten oder mit einer Handvoll Kirschen oder Erdbeeren. Nie fragte sie: "Kind, willst du was Veganes?" Stattdessen fragte sie, ob ich einen Apfel mag, oder ob ich Kirschen möchte...Kohlrabi, Tomaten, Bohnen, Erbsen...das war ganz normal. Und ich mochte es sehr, das frische Obst und Gemüse aus dem Garten meiner Uroma. Was ist also dagegen einzuwenden, wenn ich es auch heute noch mag.

Aber zurück zum Thema. Was esse ich denn nun?

Auf meinem Speiseplan stehen

Smoothies

Salate

Suppen - roh und auf 40 Grad erwärmt

Brot mit Aufstrichen

Keime und Sprossen

Nüsse und Samen

Kräuter, Getreide, Obst, Gemüse und Gewürze

Das Essen enthält viel Wasser und ich habe selten das Verlangen, etwas zu trinken. Wenn aber doch, dann trinke ich Wasser oder Tee.

Der Tee wird gekocht und ich trinke ihn warm/heiß, weil ich es mag. Ja, das ist dann nicht 100 % Rohkost-Vegan, na und?

Die Nahrung macht mich satt und zufrieden. Ich habe nach keiner Mahlzeit ein Völlegefühl oder einen Leistungsknick.

Ich könnte das nicht, ich brauche hin und wieder Fleisch.

Ja und? Ich habe ja nicht gesagt, alle Leute sollen so essen wie ich. Jeder nach seiner Möglichkeit und nach seinem Geschmack, bitte. Außerdem lässt sich veganes Essen wunderbar mit allem anderen kombinieren. Als ich noch Fleisch aß, es ist noch nicht so lange her, kombinierte ich die Gerichte oft mit Gemüse und Kartoffeln oder Reis. Auch gab es manchmal Salat dazu.

Ich möchte noch einmal betonen, dass es bei mir gesundheitliche Probleme waren, die mich bewogen haben, etwas an meiner Ernährung zu ändern. Ich wollte nicht nur eine Zeitlang eine Diät machen, das lag mir noch nie. Stattdessen stellte ich meine Ernährung um.

Oh man, ich habe auch Übergewicht und ich rauche...

Und auch das begegnet mir immer wieder. Leute werden durch meine Lebensveränderung auf ihre eigenen Probleme aufmerksam. Nicht, dass sie es nicht schon vorher wussten, aber jetzt wird es ihnen bewusster. Es regt zum Nachdenken an.

Ich denke, alles hat seine Zeit. Lebensänderungen, Änderungen der inneren Glaubenssätze, verantwortungsvolles Umgehen mit sich selbst...all dies setzt voraus, dass der eigene Wille erst einmal überprüft werden muss. Das wirft bei jedem andere Fragen auf.

Will ich das oder das andere? Schaffe ich es, aus meiner Bequemlichkeit für einen Moment herauszutreten, um dann gesünder und noch bequemer zu leben? Ist die Zeit reif dafür?

Welche anderen Baustellen habe ich noch?

Auch bei mir war es ein Prozess von einigen Jahren. Jetzt habe ich Voraussetzungen geschaffen, die es mir immer leichter machen, meinen eigenen Weg zu wählen und zu gehen. Früher hatte ich auch meine Ausredenliste immer dabei. Aber ob das immer nur Ausreden waren, oder ob es in bestimmten Situationen kaum möglich ist, gesünder zu essen, oder seine Ernährung mal eben so umzustellen, das möge jeder für sich selbst beantworten.

Als ich noch in Familie lebte und sich meine Söhne und mein Mann anders ernährten, ich oft deren Essen zubereitete, hätte ich diese Umstellung nicht dauerhaft durchgestanden. Damals machte ich ja schon den ersten Versuch, mich roh und vegan zu ernähren. Ich hielt ungefähr 6 Monate durch. Dann ging es mir gesundheitlich besser und ich verfiel (auch der Bequemlichkeit wegen) wieder der alten Ernährungsweise.

Auch als ich noch in Kliniken arbeitete, ich bin Krankenschwester, war es mir nicht möglich, mich so gesund zu ernähren. Dort hatte ich oft den Eindruck, ich brauche schwere Nahrung, um mich abzudichten. Es kam vor, dass ich mehrere Tassen Kaffee trank, ohne dass er mir schmeckte. Oder ich aß Schokolade, Süßigkeiten, wenn nichts da war auch einfach einmal einen oder mehrere Löffel Zucker. Danach ging es mir besser, zumindest seelisch.

Heute bin ich frei. Ich arbeite freiberuflich und ich lebe mit Menschen, die mich nicht drängen, ihre Speisen zu essen. Alles locker und leicht eben jetzt. Dafür musste ich aber an ganz anderen Baustellen arbeiten, um dann schlussendlich meine Ernährung überhaupt auch umstellen zu können.

Das wäre mir zu viel Aufwand...ich brauche es schnell und einfach.

Ja, ich auch. Ewig lange in der Küche stehen und Essen zubereiten, was dann in 20 Minuten gegessen ist, war noch nie mein Ding.

Meine Küchenarbeit hat sich vereinfacht und das hätte ich vorher niemals geglaubt.

Salate und Smoothies sind innerhalb von Minuten zubereitet.

Einmal pro Woche bereite ich Brotteig vor. Mehr als 20 Minuten benötige ich nicht. Das Trocknen im Dörrautomat dauert dann schon einige Stunden, aber da muss ich nicht daneben sitzen. Das Gerät schaltet ab, wenn die voreingestellte Zeit vorüber ist.

Brotaufstriche bereite ich zwei Mal pro Woche. Einmal herzhaft, einmal süß. Jeweils 30 Minuten Zeitaufwand für 3 bis 5 verschiedene Aufstriche.

Küchenutensilien brauche ich wesentlich weniger.

Außerdem hat sich der Abwasch vereinfacht. Oft brauche ich nicht einmal mehr Spülmittel, was dann auch noch gut für die Umwelt ist.

Suppen bereite ich im Mixer und erwärme sie dann auf dem Herd - Zubereitungszeit maximal 10 Minuten.

Sprossen und Keime wachsen einfach so, ohne dass ich Zeit aufwenden muss. Das tägliche spülen mit Wasser geht ganz nebenher. 1 Minute Zeitaufwand.

Sogar einkaufen ist einfacher, effizienter und zeitsparender geworden. Meistens gehe ich nur in die Obst- und Gemüseabteilung. Manchmal dann noch zum Getreide, zu den Gewürzen und zu den Ölen.

Das kann ich mir nicht leisten. Das ist mir zu teuer.

Hier will ich selbst noch etwas recherchieren und mich selbst überprüfen. In meiner Anfangszeit habe ich viele Gewürze gekauft. ja, diese sind teuer, halten dafür aber auch eine ganze Weile.

Auch Bio-Obst und -Gemüse sind oft im Preis höher. Ich habe aber schon bemerkt, dass ich davon weniger benötige.

Letzte Woche habe ich 30 Euro für meine Ernährung ausgegeben. Vorher war es deutlich mehr.

Zu dieser Aussage werde ich mich später noch einmal äußern, wenn ich mehr Erfahrungen diesbezüglich gesammelt habe.

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